Der Hotzenpfad, ein Premiumweg
Weitblick, Wuhr, wilde Felsen und immer wieder Geschichtliches
Eine kleine „Hotzenpfad“-Geschichte
Der Schwarzwaldverein Vorderer Hotzenwald hat ihn mitentwickelt und viel Herzblut reingesteckt.
Monatelang wurde die Wegstrecke geplant, mit Grundstückseigentümern verhandelt, Überzeugungsarbeit geleistet, mit Jochen Becker vom Wanderinstitut die Wegführung besprochen und Förderanträge gestellt. Pfade wurden befestigt, Stufen gesetzt, Ruhebänke angefertigt, Markierungen angebracht und Wandertafeln errichtet. Wir haben zur Probewanderung eingeladen und nochmal alles kritisch unter die Lupe genommen. Dann endlich war auch die letzte Infotafel angebracht, die Flyer druckfrisch und die Eröffnungsrede vorbereitet. Ein bisschen knapp lagen wir schon im Zeitplan. Am Mittwoch hat ein Experte die Wegroute geprüft und bewertet, am Sonntag sollte die Eröffnung sein.
Die Nachricht kam dann am Abend des 12. September 2021, einige Stunden vor der Jubiläumsfeier „50 Jahre Schwarzwaldverein Vorderer Hotzenwald und Eröffnung des neuen Premiumwanderweges Hotzenpfad“. Er hat es geschafft, unser „Hotzenpfad“! Er darf sich Premiumwanderweg nennen und Schwarzwälder Genießerpfad. Es ist ein Rundweg von 12,8 km Länge mit einer Gehzeit von ca. vier Stunden und mittelschwer eingestuft.
Wuhre, Wald, Wiese und Weitblick sind seine Kennzeichen. Diese Wuhren ziehen sich seit dem Mittelalter kilometerweit an den Hängen des Hotzenwaldes entlang. Es sind künstlich angelegte Wasserläufe, die die Mühlen, Blasbälge bei Eisenschmelzöfen und Hammerwerke im Tal antrieben und zum Wässern der Felder genutzt wurden. Eines von ihnen, das sagenumwobene Heidenwuhr, begleitet den Hotzenpfad ein Stück.
Wildromantisch aufgetürmte Felsen, Reste einer militärischen Grenzbefestigung aus dem 13. Jahrhundert und immer wieder der Blick ins Rheintal oder in die Ferne bis zur Schweizer Alpenkette sind die Highlights der Tour. Dazwischen laden Rastplätze ein, zum Füße baden, zum Vespern oder um das Alpenpanorama zu genießen.
Der Salpeterer Gedenkstein berichtet von aufrührerischen Hotzenwäldern und am Dekalogplatz findet der Wanderer an zehn Stationen die Gebote aus dem Alten Testament, angebracht auf heimischen Granitfindlingen. Naturerfahrung, Meditation und heimatliche Geschichte geben ein abwechslungsreiches Zusammenspiel.
75 Punkte hat der Pfad erhalten, bewertet wurde er anhand von 34 Kriterien, verriet Jochen Becker vom Wanderinstitut bei der offiziellen Verleihung des Wandersiegels.
Das Projekt Premiumweg immer wieder vorangetrieben haben Nicola Vonhof, Martin Lauber und Georg Keller. Unser Bautrupp vom Verein hat viel Freizeit geopfert, aber die Arbeit hat sich gelohnt. Wir sind stolz, dass der Hotzenwald auf diesem Premiumweg seine charakteristische Schönheit zeigen kann und hoffen, dass viele Wanderer ihn mit Genuss erwandern.
Tourdaten und Wegbeschreibung unter www.hotzenpfad.de